Risiken im Interesse der Einlagensicherung minimieren

Der Prüfungsverband deutscher Banken e.V. ist ein wichtiger Bestandteil des Einlagensicherungssystems des privaten Bankgewerbes. Durch seine Tätigkeit leistet er einen Beitrag für den Erhalt der Stabilität und die Stärkung der Wettbewerbsfähigkeit der privaten Banken im Speziellen und des Finanzplatzes im Allgemeinen.

Wie alles begann...

Am 4. Dezember 1969 wurde der Prüfungsverband mit vier Mitarbeitern in Bonn gegründet. 1974 wurde dem Bankhaus Herstatt die Bankerlaubnis entzogen. Dieser bis dato wohl größte und spektakulärste Zusammenbruch einer privaten Geschäftsbank führte zu einer Vertrauenskrise im Markt mit vielfältigen Konsequenzen – unter anderem der Gründung des Einlagensicherungsfonds (ESF). Seither unterstützt der Prüfungsverband durch Prüfungen bei den Kreditinstituten und weitere Überwachungstätigkeiten den ESF.

1996 wurde das Beitragssystem des ESF um eine Komponente erweitert und die GBB-Rating als Tochter des PV gegründet. Nach weiteren Insolvenzen in den Jahren 2008 (Lehman Brothers) und 2016 (Maple Bank) wurde die Satzung des Prüfungsverbandes nach und nach geschärft, um das laufende Monitoring von Risiken zu verbessern. Um den steigenden Herausforderungen aus neuen Geschäftsmodellen, der zunehmenden Digitalisierung und den geopolitischen Veränderungen gerecht zu werden, wird dieser Prozess stetig weiterentwickelt.

Unser Auftrag

Im Auftrag der beiden Sicherungseinrichtungen für privatwirtschaftliche Institute übernimmt der Prüfungsverband in Deutschland die Funktion der Prüfungseinrichtung für das Einlagensicherungssystem. Zu seinen Aufgaben als Risikomanager der Einlagensicherung zählen die Risikofrüherkennung und Prävention sowie die Begleitung von Restrukturierungsmaßnahmen bei Kreditinstituten. Eine Inanspruchnahme der beiden Entschädigungseinrichtungen soll hierbei möglichst präventiv verhindert bzw. das Risikopotenzial begrenzt werden. Im Entschädigungsfall ist der Prüfungsverband bzw. seine Tochtergesellschaft Einlagensicherungs- und Treuhandgesellschaft mbH wesentlich an der Durchführung der Einlegerentschädigung sowie der weiteren Abwicklung der Kreditinstitute beteiligt.

Die zwei Entschädigungseinrichtungen

Das Einlagensicherungssystem des privaten Bankgewerbes besteht aus zwei nebeneinander existierenden Entschädigungsfonds bzw. -einrichtungen. Der Prüfungsverband ist sowohl im Interesse des Einlagensicherungsfonds (ESF) als auch im Auftrag der Entschädigungseinrichtung deutscher Banken tätig.

Die Entschädigungseinrichtung deutscher Banken GmbH (EdB) ist die gesetzliche Sicherungseinrichtung des privaten Bankgewerbes. Sie ist Rechtsträger eines durch Pflichtbeiträge aller ihr zugeordneten CRR-Kreditinstitute gespeisten Sicherungsfonds. Durch das Einlagensicherungsgesetz (EinSiG) sind Kundeneinlagen - von einigen Ausnahmen abgesehen – bis zu einer Höchstgrenze von EUR 100.000 geschützt („Basisdeckung“).

Der Einlagensicherungsfonds (ESF) ist die zweite – allerdings auf privatrechtlicher und freiwilliger Basis bestehende – Sicherungseinrichtung des privaten Bankgewerbes. Er schützt bei den angeschlossenen Instituten vom Schutzumfang der EdB nicht erfasste Einlagen von Nichtbanken bis zu einer bankindividuellen Sicherungsgrenze („Anschlussdeckung“). Weiterführende Informationen können Sie auf der Web-Seite des Bundesverbandes deutscher Banken e.V. (BdB) abrufen.

Unsere Tochtergesellschaften

Die Tochtergesellschaften sind in Teilbereichen für das Einlagensicherungssystem des privaten Bankgewerbes tätig.

  • GBB-Rating Gesellschaft für Bonitätsbeurteilung mbH
    Als unabhängige europäische Ratingagentur liegt die Kernkompetenz der GBB-Rating in der Bonitätseinschätzung von Finanzdienstleistern. Auf Basis von langjähriger Erfahrung hat die GBB-Rating speziell zugeschnittene Ratingverfahren entwickelt.
  • Einlagensicherungs- und Treuhandgesellschaft mbH
    Die Einlagensicherungs- und Treuhandgesellschaft bietet seit über 40 Jahren umfassende Dienstleistungen, um die schnelle Verfügbarkeit von Bankeinlagen im Krisenfall zu ermöglichen.

Die Struktur unserer Organisation

Der Prüfungsverband deutscher Banken ist ein im Vereinsregister des Amtsgerichts Köln eingetragener Verein, dessen Vereinszweck die Interessenwahrung der am Einlagensicherungsfonds mitwirkenden Banken ist. Der privatrechtliche Rahmen ist durch seine Rechtsform und Satzung vorgegeben. Der Prüfungsverband ist nicht auf eine Gewinnerzielung ausgerichtet und als eingetragener Verein weitgehend von der Steuer befreit.

Die Organe im Verband

Die Organe des Prüfungsverbandes setzen sich zusammen aus der Mitgliederversammlung, dem Beirat und dem Vorstand. Die Zusammensetzung und Aufgaben der einzelnen Organe finden sich in der PV_Satzung.

Risikocontrolling

Das Risikocontrolling bildet die Steuerungseinheit des Risikomanagements im PV-Verbund. Die Experten in diesem Team verantworten die gesamthafte Risikobeurteilung der Mitgliedsinstitute und Basisdeckungsbanken sowie die Beurteilung der Gesamtrisikosituation der Einlagen. Darüber hinaus ist der Bereich für die Betreuung der intensiv zu überwachenden Banken zuständig. Die Ziele des Risikocontrollings sind die frühzeitige Identifikation von Risiken für die Einlagensicherung, deren Berichterstattung an die zuständigen Gremien sowie die Einleitung von risikoreduzierenden Maßnahmen (im Wesentlichen bei Mitgliedsinstituten). Durch geeignete Maßnahmen sollen Entschädigungsfälle möglichst vermieden oder zumindest deren Schadenshöhe minimiert werden.

Einlagensicherungsprüfungen und Prüfungsmanagement

Der PV überprüft regelmäßig seine Risiko- und Prüfmethoden, um diese stets entlang berufsständischer Standards und internationalen Best-Practice-Verfahren weiterzuentwickeln. Der Prüfungsdienst ist der „Produktionsbereich” des Prüfungsverbandes. Die Prüfungen werden vor Ort von Prüfungsteams durchgeführt. Sämtliche Einlagensicherungsprüfungen werden von Regionalbereichsleitern koordinierend begleitet. Sie halten zugleich regelmäßig Kontakt zu den Geschäftsleitungen der von ihnen betreuten Häuser und fungieren als erste Ansprechpartner für Prüfungsfragen.

Der Bereich Prüfungsmanagement ist als Serviceeinheit für die Bereiche der Einlagensicherungsprüfungen konzipiert. Dabei wird der Prüfungsprozess von der Prüfungsplanung bis hin zur Berichtsausfertigung begleitet.

Modelle und Methoden

Damit sich die eingesetzten Risikomessmethoden im PV stets auf der Höhe der Zeit befinden, validiert der Bereich Modelle und Methoden regelmäßig und unabhängig die eingesetzten Modelle. Neben der Validierung wird sowohl auf eigene Initiative wie auch gemeinsam mit den Fachbereichen an der Weiterentwicklung von bestehenden sowie der Entwicklung von neuen Modellen zur frühzeitigen Erkennung von relevanten Risiken gearbeitet. Hierbei stehen auch nicht-finanzielle Risiken und die Fraud-Erkennung im Fokus der Betrachtung.

Daten

Daten standen noch nie so hoch im Kurs wie heute. In diesem Kontext ist der Bereich Daten der zentrale Ansprechpartner für den einheitlichen Datenhaushalt zur Risikoüberwachung. Es werden folgende Themen verantwortet:

    • die Qualität, die Pflege und die Weiterentwicklung des einheitlichen Datenhaushaltes des PV-Verbunds
    • die auf den Datenhaushalt aufsetzende Anwendung zur Risikoüberwachung
    • die zentrale Koordination der Bereitstellung neuer Datenquellen im Rahmen der Erweiterung des Risikoreportings
    • die Sicherstellung eines verlässlichen, stabilen und belastbaren Datenhaushalts mit dem Ziel die Daten strukturiert, nachvollziehbar und in hoher Qualität bereitzustellen
    • die Optimierung der Datenzulieferungen durch Verringerung der routinemäßigen manuellen Arbeit durch Automatisierung
    • die Anwendungen zur Beurteilung der Entschädigungsfähigkeit der Institute
Stabs- und Servicebereiche

Um den fortwährenden Veränderungen im PV-Verbund Rechnung zu tragen, befasst sich der Bereich Strategie & Projekte mit der Begleitung und Überwachung von größeren Projekten im Sinne eines Projektmanagement-Offices. Darüber hinaus sind hier der Vorstandsstab, die strategische Weiterentwicklung sowie die Unternehmenskommunikation angesiedelt.

Neben der prozessexternen Kontrolle aller Einheiten durch die Interne Revision wird die Organisationsstruktur ergänzt durch die klassischen Bereiche Personal, IT-Management, Finanzen & Hausverwaltung sowie Compliance & Recht.


Vorstand des Prüfungsverbandes

Der Vorstand des Prüfungsverbands führt nach Maßgabe der Geschäftsordnung die laufenden Geschäfte des Verbandes. Alle Vorstandsmitglieder verfügen über umfassende Expertise im Bankensektor und haben langjährige Erfahrung im Risikomanagement bei international tätigen Banken bzw. in der Wirtschaftsprüfung. Derzeit besteht der Vorstand aus drei Mitgliedern.

Andreas Hähndel, Vorsitzer des Vorstands

Andreas Hähndel hat seit 2022 den Vorsitz des Vorstandes des Prüfungsverbandes deutscher Banken inne. Hier steht er den Bereichen Risikocontrolling, Modelle & Methoden sowie den Stabsbereichen Strategie & Projekte, Innenrevision und Personal vor.

Nach dem Studium zum Bankfachwirt und zum Diplom-Bankbetriebswirt an der Bankakademie Frankfurt und verschiedenen beruflichen Stationen bei der Deutschen Bank AG wechselte Andreas Hähndel zur Norddeutschen Landesbank in Hannover, wo er später auch die Leitung der Konzernrevision übernahm. Daran schloss sich eine zweijährige Tätigkeit bei der Bremer Landesbank als stellvertretender Vorstandsvorsitzender und Risikovorstand an. Im Zuge der Übernahme der Bremer Landesbank durch die Nord LB kehrte Andreas Hähndel dorthin zurück, wo er u.a. die Führung des Restrukturierungsprojektes NORD LB 2024 übernahm.

Andreas Hähndel ist verheiratet und hat eine Tochter. In seiner Freizeit ist er begeisterter Hobbykoch.

Hans-Dieter Bienen, ­Wirtschaftsprüfer

Hans-Dieter Bienen ist seit 2021 Mitglied des Vorstandes des Prüfungsverbandes deutscher Banken e.V. Nach einer Banklehre absolvierte er ein Studium der Wirtschaftswissenschaften an der Mercator-Universität GH Duisburg und setzte im Anschluss seine berufliche Tätigkeit bei der Deloitte GmbH Wirtschaftsprüfungsgesellschaft, Düsseldorf, fort. In dieser Zeit legte er auch sein Steuerberater- und Wirtschaftsprüfer-Examen ab. Neben der Tätigkeit als verantwortlicher Wirtschaftsprüfer für Jahres- und Konzernabschlussprüfungen sowie Depot- und WpHG-Prüfungen leitete er eine Vielzahl von Projekten (Due Diligence, Treuhand-Funktionen, Interne Revision) und Sonderprüfungen (Asset Quality Review, Prüfungen nach § 44 KWG) und betätigte sich als Referent auf Fortbildungsveranstaltungen.

Aufgrund seiner mehr als 20-jährigen Expertise als Wirtschaftsprüfer leitet er im Prüfungsverband den Bereich Einlagensicherungsprüfungen und das Prüfungsmanagement. Ebenfalls in seine Zuständigkeit fällt die Tochtergesellschaft GBB-Rating Gesellschaft für Bonitätsbeurteilung mbH.

Hans-Dieter Bienen ist verheiratet und hat zwei Kinder.

Bente Borgmann, ­Wirtschaftsprüferin

Bente Borgmann arbeitet seit 2016 beim Prüfungsverband deutscher Banken e.V. Dabei gehörte sie zunächst dem Bereich Einlagensicherungsprüfungen an, bevor sie 2021 in den Vorstand berufen wurde. Sie verantwortet im Prüfungsverband die Bereiche IT-Management, Daten, Compliance & Recht, Finanzen & Hausverwaltung und ist darüber hinaus zuständig für die Tochtergesellschaft Einlagensicherungs- und Treuhandgesellschaft mbH.

Die Grundlagen für ihr Vorstandsmandat legte sie in ihrem Studium an der Universität Paderborn, der University of the Sunshine Coast (QLD, Australien), der Mannheim Business School sowie ihrer Tätigkeit als Wirtschaftsprüferin bei KPMG AG Wirtschaftsprüfungsgesellschaft Düsseldorf.

Bente Borgmann ist verheiratet und hat zwei Töchter.


Beirat des Prüfungsverbandes

Der Beirat des Prüfungsverbandes setzt sich zusammen aus je einem Vertreter jeder der Großbanken, vier Vertretern der Regionalbanken, drei Vertretern der Privatbankiers, einem Vertreter der Auslandsbanken und einem Vertreter der beim Bundesverband deutscher Banken e.V. für die Einlagensicherung verantwortlichen Hauptgeschäftsführung, sofern nicht der Bundesverband deutscher Banken e.V. vor der Wahl einen anderen Vertreter benannt hat.

Christian Kühn, Vorsitzer

Persönlich haftender Gesellschafter Joh. Berenberg, Gossler & Co. KG, Hamburg

James von Moltke, Stv. Vorsitzer

Mitglied des Vorstandes der DEUTSCHE BANK AKTIENGESELLSCHAFT, Frankfurt am Main

Stefan Barth

Vorsitzender des Vorstandes der Oldenburgische Landesbank AG, Oldenburg

Michael Bentlage

Vorsitzender des Vorstandes der Hauck Aufhäuser Lampe Privatbank AG, Frankfurt am Main

Stefanie Buchmann

Mitglied des Vorstandes der B. Metzler seel. Sohn & Co. Aktiengesellschaft, Frankfurt am Main

Lutz Diederichs

Vorsitzender der Geschäftsleitung der BNP Paribas S.A. Niederlassung Deutschland, Frankfurt am Main

Heiner Herkenhoff

Hauptgeschäftsführer Bundesverband deutscher Banken e.V., Berlin

Marc Heß

Mitglied des Vorstandes der Aareal Bank AG, Wiesbaden

Marion Höllinger

Sprecherin der Geschäftsführung der UniCredit Bank GmbH, München

Dr. Bettina Orlopp

Mitglied des Vorstandes der Commerzbank AG, ­Frankfurt am Main

Christophe Tadié

Mitglied des Vorstandes der ODDO BHF SE, Frankfurt am Main